Klinikum rechts der Isar

          Krankenhausapotheke
          Ismaninger Straße 22
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Historisches

156 Jahre Krankenhausapotheke

Zweckmäßig eingerichtetes Lokal:

Schröpfköpfe, Senfpflaster, Ameisen, Stechapfel, Blausäure – dies drohte den Patienten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit der Entwicklung der pharmazeutischen Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Heilmittel zwar etwas verlässlicher, doch die Herstellung und Verteilung der Arzneien in den Kliniken verlief weitgehend unkontrolliert. Dies sollte sich – zumindest in der damaligen Armen- und Krankenanstalt in Haidhausen, dem heutigen Klinikum rechts der Isar, ändern. „Die Bereitung der Arzneien erfordert jedoch ein eigenes, zweckmäßig eingerichtetes Lokal (...), dessen Aufgabe es ist, den hilfsbedürftigen Kranken so rasch als möglich die Arzneien reichen zu können, um die Personen recht bald wieder ihren Berufsgeschäften zuführen zu können“, schreibt der Geschäftsführer des Krankenhauses, Herr Bronberger, 1855 an den Magistrat der Stadt München.

Apotheke der Armen

Seinem Wunsch wird 1856 statt gegeben. Das Haidhauser Krankenhaus rechts der Isar erhält eine voll eingerichtete Krankenhausapotheke und zwei Apothekenmitarbeiter. Die haben alle Hände voll zu tun. Ob Pocken, Syphilis oder Tuberkulose – im Armenviertel Haidhausen grassierten alle nur denkbaren Infektionskrankheiten. Sowohl Krankenhaus als auch Krankenhausapotheke wachsen in den weiteren Jahrzehnten. Die noch vorhandenen Originalbriefe aus den verschiedenen Epochen zeigen die Apotheke als Spiegel ihrer Zeit. Von der Forderung nach Lohnerhöhungen der Krankenhausapotheker zu Beginn der 20. Jahrhunderts bis hin zu dem Brief eines Zulieferers, der 1933 Mitbewerber mit antijüdischen Unterstellungen zu diffamieren versucht.